Auch wenn ich die Welt nicht ändern kann, will ich sie zumindest gesehen haben!

Und in jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Herrmann Hesse

Dienstag, 2. Oktober 2012

Meine Traumreise nach Neufundland und Nova Scotia



Ich bin dann auch mal weg....

 

 

oder wenn ich die Welt schon nicht verändern vermag,

 kann ich sie wenigstens teilweise bereisen:


Meine ganz eigene Traumreise nach Nova Scotia und Neufundland beginnt

voraussichtlich am 3. September 2013 in Frankfurt Flughafen  mit meiner Hovawarthündin Hadja und mir...



Wenn wir dort in den Flieger nach Halifax steigen, haben wir einiges an Planung hinter uns, mein Auto verkauft,  für die Katze einen guten Platz gefunden, wer meine Blumen solange giesst..??  All diese Fragen und Überlegungen begleiten jetzt schon meinen Alltag:  wer wird mich in den Monaten hoffentlich würdig vertreten an meinem Arbeitsplatz und werde ich  überhaupt dorthin zurück kehren?  

Auf jeden Fall bin ich dann von meinem Arbeitgeber 2-3 Monate freigestellt. Mit diesen vielen ???? und dem auf jeden Fall "Vermissen" meiner Familie und meinen wirklich netten Arbeitskollegen, und liebgewonnenen Gästen,  die mich sicher auch teilweise beneiden werden...aber vor allem einer Spannung, was und wer mir auf meiner grossen Reise so alles begegnen wird, beschäftigt mich  grad jetzt sehr stark in diesen Tagen...

Einfach deshalb, weil es genau in einem Jahr  schon ist und wir hier im Engadin einen schönen,  prächtigen Herbst zu bekommen scheinen und mich alles an den Indian Summer in Nova Scotia erinnert. Ich geniesse im JETZT die Sonne mit allen Fasern meiner Seele und bin gewiss, dass ich meinen Traum im nächsten Jahr erleben werde.




Zuerst war ich unsicher, ob ich diese Zeit wirklich ganz allein für mich planen soll, aber zur Sicherheit und natürlich aus Liebe zu meinem Hund, nehme ich sie deshalb mit, damit ich mir nicht ganz so einsam vorkomme. Trotzdem werde ich auch eine gehörige Portion Mut im Gepäck haben müssen...denn:.



Obwohl dieser Traum  schon länger vorhanden ist,  die Gründe einfach für mich allein etwas zu tun und eine Weile mal eine Auszeit von meinem Umfeld und meinem Hotel- Alltag zu nehmen,  möchte  ich einfach  eine Zeit und eine Welt erleben, die mir unter die Haut geht. Zu fühlen, wo kann ich noch Begeisterung tief im Herzen empfinden und was wäre eine neue grosse Herausforderung noch für mich und ob man es überhaupt gut mit sich alleine aushält....und  meine Sprachkenntnisse wesentlich auf zu bessern. Auf jeden Fall will ich in diesem Jahr für mich entscheiden,
im Alter dort leben wollen zu wollen und zu diesem Zweck die Immigration für Kanada dann zu beantragen . 



Deswegen allein nach Kanada:

Nach der Landung in Halifax habe ich einige Ziele, die ich mit einem Mietwagen  vllt. auch einem Camper ansteuern werde,um endlich etwas zu verwirklichen oder mal auszu- probieren. 

  • Das 1. ist eine throwntogetherpottery(www.throwntogetherpottery.com) in Truro. Dort will ich meiner aus Zeitgründen etwas vernachlässigten Leidenschaft "dem Töpfern"nachgehen und mit kreativen und begeisterten  Menschen in Kontakt treten und einen Austausch mit Ihnen geniessen.


  • Das 2. ist ein heimlicher langgehegter Wunsch. Ich werde eine Pferderanch direkt an der Grenze zu New Brunswick besuchen, vllt. etwas Reitenlernen und schauen ob ich meine Ängste vor den grossen und doch unglaublich schönen Wesen ablegen kann. Einen Ritt in der wunderschönen Landschaft, gar an einem langen Strand entlang zu reiten ist schon ein Traum von mir, sehen   ob ich ihn mir erfüllen kann.

                                                
                                                   Wild Horses on Sable Island


  • das 3. wäre (Aller guten Dinge sind 3)Sable Island zu sehen,  aber dieser Wunsch wird wohl in diesem nächsten Jahr noch nicht erfüllt werden können, aber wer weiss??** 


Nach der Überfahrt über die Conferation Bridge  nach PEI der Insel  von "Anne of Green Gable"  werde ich ab Mitte  September  nach einem Zwischenstop in unserem Haus auf Cape Breton  zum 2. Teil , meiner Reise aufbrechen. Ich möchte dann  ganz in den Norden nach 

L`Anse aux Meadows


(dort wo die Wikinger einst gelandet sind ) 
 
und zur

www.valhalla-lodge.com

  mein 4. Ziel 

dies ist der nördlichste Punkt von Neufundland und ich weiss dass dies fast 2000 km noch von  und nach Cape Breton aus zu fahren ist, über teils unendlich langen einsamen Strassen.

Von dort oben zurück will ich  dann über Regionen und Halbinseln wie Peninsula und Avalon fahren zurück nach Cape Breton um rechtzeitig  zurück sein zum

           zum Celtic Color Festival
  •         mein letztes Ziel in diesem Jahr



Die kanadischen Songwritererinnen aus Toronto, die jedes Jahr auf Cape Breton irgendwo bei Celtic Color autreten, werde ich mir schon am 2. November 2012  bei einem Konzert in der Schweiz anhören, quasi zur Vorfreude.....


Gerne würde ich auch während dieser Zeit Bekannte oder gute Freunde treffen , denn die Wochen werden schneller vorbei gehen, als mir lieb ist...
Deswegen und weil gemeinsam Erlebtes sich noch tiefer in unsere Herzen brennt ..

- wird mich in dieser Zeit  eine Freundin aus Deutschland besuchen, um auch einen langgehegten Traum in Kanada zu sein und nach einer sehr schweren Herzoperation diesen in die Tat um setzen will.

Zum Schluss werden wir noch als Highlight Lunenbourg und Peggy`s Cove besuchen...

Sicher werden wir dann mit dem letzten Direktflug nach Frankfurt zurück so Ende Oktober, wenn nichts Anderes sich ergibt...




Meine Gedanken,. Sorgen
Fast schwerelos und zärtlich
Tauchen ein
In ein weißes Meer der Vergangenheit.
Blinzelnd suche ich meinen pfadlosen Weg,
mich schutzlos ganz zu öffnen
ein letztes Mal für immer aufzubrechen zu Dir.

Ich roch deinen Duft im Wind
Und berauschte mich daran
Ich schmeckte deine Kraft
In der Frische des Meerwassers
Und nahm sie in mich auf.
Ich sah dein Nordlicht
In einem Sternenhimmel
Und öffnete dir meine Seele-
Ich fühlte deine Berührung
In der Wärme der Herbstsonne
Und gab mich ihr hin.
Ich hörte deine Stimme
Im Rauschen des Flusses
Und lauschte ihm.
Ich fand dich
Mit meinem sechsten Sinn
Und fühlte , roch und schmeckte
Deine Zuneigung, bis mir Hören
Und Sehen verging.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Was ist der Reiz, der Cape Breton so besonders macht, so anders als alle anderen Inseln ?


Was zieht mich immer wieder magisch dort hin, wo angeblich die Nebel die Wahrheit verschleiern, wohin Tausende von Leuchttürmen entlang der Küste den Weg weisen, auch falsche Wege, Piraten mit Leuchtfeuern die Gutgläubigen in die Meeresbuchten auf Grund lockten und ausplünderten? Die unzähligen Wracks zeugen davon ebenso wie manch ein Gestrandeter, der seine Geschichte erzählt, wie er auf die Insel gespült wurde und nie wieder von ihr los kam. Die Verbundenheit mit der eigenen Scholle habe ich nirgendwo so ausgeprägt erlebt wie hier. Die „Scotians“ kommen immer wieder zurück auf ihr „masterpiece“, wie sie das Eiland liebevoll mit einem Augenzwinkern gen Himmel nennen, weil es ja SEIN Meisterstück ist. Spätestens nach einem stürmischen Leben kommen sie wieder her in den letzten Hafen für den Lebensabend.

Die Melancholie schwebt über allem und jedem, stärkt das Bewusstsein angesichts der Urgewalten der bizarren, bisweilen brutalen Natur , in der du nur ein Sandkorn in der ewigen Brandung bist, hin und her gespült nach den Gesetzen der Natur , dem Gezeitenstrom des Lebens . Der Himmel hängt tiefer als anderswo, oft vereint er sich unmerklich mit dem Horizont. Nirgendwo bin ich der Schöpfung so nahe wie hier.

Es ist nicht die pralle Fülle bekannter Traum-Orte, nicht die äußere Schau der Menschen . Das Paradies braucht keine Palmwedel. Spektakulär ist die simple Schönheit der Insel, das verborgene kleine Glück großer innerer Zufriedenheit der freundlichen in sich ruhenden Menschen , die dankbar sind , wenn sie abends wieder in den Fischerhafen einlaufen, den süssen unverkennbaren Duft des Mooses einatmen und überall die traditionelle schottisch/irische Fiddelmusik live hören, die von vergangenen Zeiten sehnsüchtig erzählt, als wäre die Entdeckung Nordamerikas, die von Cape Breton aus statt gefunden hat, gerade gestern oder vorgestern erst gewesen. Die Tradition ist hier stärker im Herzen bewahrt worden als in der Heimat, aus der Franzosen, Schotten, Iren und Deutsche vor über 300 Jahren in die neue Welt aufbrachen und den Inseln ihre eigenen Namen gaben. Die unzähligen Namen der Verschollenen auf Marmortafeln im Hafen z.B. von Lunenburg(ehemaliger Lüneburger) eingemeisselt „lost at sea“ tragen aber nicht nur das Datum vergangener Zeiten, auch heute bleiben Fischer allzu oft für immer auf dem Meer. In fast jeder Fischerfamilie gibt es dieses Schicksal . Es gehört dazu, dass Thunfisch und Hummer zur Not mit dem leben bezahlt wird, das ganze Jahr durch.

Auch in den harten Wintern von Cape Breton, denen noch ein kurzes, unvorstellbar farbiges Sterben der Blätter voraus geht: der INDIAN SUMMER. Der Indianer Sommer taucht die Ahornbäume und Birken in ein Meer von Gelb und Rot und ist vielleicht deshalb so einzigartig intensiv hier in de Highlands, weil das heftige Aufflammen der Natur schon im Bewusstsein der dann hereinbrechenden, erbarmungslosen Schneemassen erlebt wird. Wie die Menschen diese Wintermonate überleben, bleibt ihr Geheimnis- Oft genug sind die Strassen unbefahrbar, und wenn der Blizzard wieder die Oberlandleitungen umknickt, und Strom und Telefon für lange Stunden ausfallen, dann zündet man die immer bereit stehenden Kerze an und singt keltische Lieder, die vielleicht am ehesten diese Stimmung ausdrücken:
Get me through december (Natalie MacMaster) My heart is in the highlands, come by the hills, um nur ein paar zu nennen.